Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur (Aurikulotherapie) ist ein Ear Acupunctureeigenständiges Therapiesystem: Bestimmte Punkte am Ohr stehen reflektorisch in Beziehung zu Organen und Körperregionen. Über diese Zusammenhänge wird bereits im „Huang Di Bei Jing“, dem Buch des Gelben Kaisers der inneren Medizin (ca. 300 v.Chr.) berichtet.
Seit etwa 1950 wurde die Ohrakupunktur systematisch von dem französischen Arzt Paul Nogier (1908-1996) untersucht. Im Jahr 1957 stellte Nogier seine „Aurikulotherapie“ erstmals auf einem französischen Akupunkturkongress der Fachwelt vor. Nogier entwickelte das Konzept eines invertierten Fötus auf der Ohrmuschel. Sein Therapiekonzept wurde zum ersten Mal von der deutschen Akupunkturgesellschaft veröffentlicht, danach wurde es von Akupunkteuren in Japan aufgegriffen und wurde Ear Acupuncture 2schliesslich ins Chinesische übersetzt. Dort bestätigten chinesische Ärzte die Wirksamkeit der Methode und ergänzten sie durch das Wissen der chinesischen Medizin. Seither wird in China die Ohrakupunktur parallel zur Körperakupunktur verwendet. Auf diese Weise entstanden zwei verschiedene Richtungen der Ohrakupunktur: die französische und die chinesische Schule.
Die Ohrakupunktur beruht auf der Vorstellung, dass die Ohrmuschel einen auf dem Kopf liegenden Fötus widerspiegelt. Anhand dieses Bildes ergibt sich eine Repräsentation der Körperregionen und Organe. Innerhalb des Ohres befinden sich über 100 Ohrreflexpunkte, die den gesamten Körper des Menschen widerspiegeln. Bei einer Erkrankung oder Fehlfunktion eines Körperteils oder Organs kann aufgrund der reflektorischen Verbindung an den korrespondierenden Stellen des Ohrs ein veränderter Hautwiderstand gemessen werden. Diese Zusammenhänge Ear Acupuncture 1nutzt man zur Diagnose. Für die Behandlung werden spezielle dünne Ohr-Nadeln gesetzt. Die Behandlung durch Ohrakupunktur ist dadurch weitgehend schmerzfrei. Durch das Einstechen von Nadeln in die gefundenen Punkte und Zonen am Ohr können die erkrankten Organe oder Körperbereiche positiv beeinflusst werden. Neben den Ohr-Nadeln werden bei der Ohrakupunktur oft auch Sandkornpflaster zur Dauerbehandlung eingesetzt. Die kleinen Sandkörner werden mit Pflastern auf Ohrreflexpunkte geklebt und können vom Patienten selber durch regelmässiges Drücken für mehrere Tage stimuliert werden. Die Ohrakupunkture kann bei fast allen akuten und chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.