Sportverletzungen
Um fit, gesund und geistig wach zu bleiben, treiben Millionen von Menschen jeden Tag Sport oder betätigen sich in irgendeiner Weise körperlich. Sportverletzungen sind nicht nur bei Spitzensportlern häufig, sondern auch bei Hobbysportlern. Jährlich verletzen sich rund 400’000 in der Schweiz wohnhafte Sportlerinnen und Sportler bei Unfällen im In- und Ausland. Zu den meisten Sportunfällen kommt es, weil die Muskeln müde sind oder die Konzentration des Sportlers nachlässt. Häufig sind es Selbstüberschätzung, falsches Trainingsmaterial, fehlender Schutz (Helm, Knieschoner usw.), unzureichendes Aufwärmen oder Dehnen, die zu einer Sportverletzung führen. Neben Muskelzerrungen, Sehnenrissen, Prellungen, Verstauchungen oder Knochenbrüchen sind vor allem auch Fehlhaltungen oder Überbelastungen der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder die Ursache.
Immer mehr Menschen beanspruchen neben der üblichen Behandlung mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten die traditionelle chinesische Medizin. Sie kann bei Sportverletzungen unterstützend eingesetzt werden. Sowohl in der akuten Phase als auch bei älteren Sportverletzungen kann sie den Heilungsprozess positiv beeinflussen und die Dauer der Rehabilitation verkürzen.
Die TCM hat mit ihren vielfältigen Therapiemethoden eine Menge zu bieten. Nicht nur Akupunktur und Tuina werden eingesetzt, sondern auch Guasha, Moxibustion, Schröpfen und chinesische Arzneimittel können innerlich und äusserlich verwendet werden.
Sportverletzungen aus Sicht der TCM
Aus Sicht der TCM sind Schmerzen immer eine Blockade von Qi und Blut. Ursachen dafür sind Traumata, chronische Abnutzung, dauerhafte Überlastung, Fehlhaltungen, starke repetitive Bewegungen, mangelnde Ernährung der Gewebe oder äussere pathogene Faktoren (Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit).
Generell können sie in Fülle- und Mangel-Muster unterteilt werden. Die häufigsten Ursachen von Fülle-Mustern sind Qi-Stagnation, Blut-Stase und äussere pathogene Faktoren. Dies wird als „bu tong ze tong“ beschrieben – Blockaden verursachen Schmerzen. Die häufigsten Ursachen von Mangel-Mustern sind Qi- und Blut-Mangel. Dies wird als „bu rong ze tong“ beschrieben – Mangel von Qi und Blut verursacht Schmerzen.
Muster-Differenzierung
Die chinesische Medizin hat viele verschiedene Methoden, um die Muster zu identifizieren. Für Sportverletzungen werden am häufigsten die nachfolgend aufgeführten angewendet:
- Differenzierung nach Leitbahnen
- Differenzierung nach Qi, Blut und Körperflüssigkeiten
- Differenzierung nach den acht Prinzipien
- Differenzierung nach Bi-Syndromen
- Differenzierung nach Zang-Fu
- Differenzierung nach pathogenen Faktoren
Behandlung
Sowohl bei akuten als auch bei älteren Sportverletzungen werden Qi und Blut bewegt, Blockaden und Verhärtungen aufgelöst und die Leitbahnen durchgängig gemacht. Dies lindert Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen und beschleunigt die Heilung.
Die Behandlung wird aber nicht nur auf die Therapie einzelner Symptome wie Schmerzen, Schwellungen, Entzündungen usw. reduziert. Vielmehr geht es um die Behandlung eines Disharmoniemusters, das den Menschen in seiner Gesamtheit wahrnimmt und behandelt.
Sport und mentale Stärke
Die mentale Stärke ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Bestleistungen im Sport. Oft entscheidet sie über Sieg oder Niederlage.
Die Akupunktur kann nicht nur bei der Leistungssteigerung, sondern auch bei der optimalen Einstellung im mentalen Bereich unterstützend wirken. Deshalb vertrauen immer mehr Spitzensportler auf die Wirkung der Akupunktur.
Häufige Sportverletzungen
- Muskelrisse, Muskelreizungen und Verhärtungen
- Verletzungen der Bänder
- Sehnenscheidenentzündungen
- Schleimbeutelentzündungen
- Nackenschmerzen
- Frozen Shoulder
- Rückenschmerzen
- Bandscheibenvorfall
- Tennisellbogen
- Golferellbogen
- Karpaltunnelsyndrom
- Verstauchung der Hand
- Meniskusriss
- Kreuzbandriss
- Friktionssyndrom (Läuferknie)
- Patellaspitzensyndrom (Springerknie)
- Achillessehnenentzündungen
- Plantarfasziitis (Fersenschmerz)