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Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) aus Sicht der TCM

Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit, Reizbarkeit, Kopf-, Brust und Rückenschmerzen – mehr als zwei Drittel aller Frauen kennen die Symptome (Dysmenorrhoe), die vor oder während der Menstruation auftreten. Neben körperlichen Beschwerden setzen auch oft psychische Begleiterscheinungen vielen Frauen zu. Erhöhte Reizbarkeit und schlechte Laune sind unangenehme Symptome während der Menstruation.

Physiologie der Menstruation (yue jing) – Traditionelle Chinesische Medizin

Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) Menstruation Organe
Giovanni Maciocia – Obstetrics & Gynecology in Chinese Medicine

Die Menstruation beginnt im Alter von 14 wenn die Nieren reif sind, der Chong mai blüht und der Ren mai frei zirkuliert. Sie dauert bis 49, dann wird der Ren mai schwach, der Chong mai entleert sich, das Tian gui (Menstruationsblut) trocknet ein und die Flüssigkeiten in den Leitbahnen sind erschöpft.
Bei der Menstruation sind viele Organe, ausserordentliche Gefässe und Leitbahnen beteiligt. Die Organe haben verschiedene Aufgaben, wie die Bildung von Jing (Essenz), Blut und Qi. Sie bewegen Qi und Blut und sorgen für einen harmonischen Fluss des Menstruationsbluts. Die Milz hält das Blut in den Gefässen und hält den Uterus am richtigen Platz. Die ausserordentlichen Gefässe verbinden den Uterus mit den Organen, den Genitalien, den ausserordentliche Gefässe und anderen Leitbahnen. Sie regulieren die Menstruation, den 7/8 Jahreszyklus und das Yin und Yang.
Die Leitbahnen transportieren Jing, Blut und Qi zum Uterus. Der bao luo (Meridian) transportiert Jing von der Niere zum Uterus. Der bao mai (Meridian) transportiert Blut vom Herzen zum Uterus.
Das Menstruationsblut (tian gui himmlisches Wasser) besteht aus Jing und Blut. Das Jing hat den Ursprung im Vorhimmels-Qi (vorgeburtlich) und reift in der Niere. Es wird vom Nachhimmels-Qi (nachgeburtlich) unterstützt. Das Blut wird im oberen Jiao (Erwärmer) produziert und geht über den Bao mai zum Uterus. Während der Schwangerschaft wird das Blut zum nähren des Kindes gebraucht. Wenn das Kind geboren ist wird das Blut in Milch umgewandelt, welche zum Stillen gebraucht wird.
Der Menstruationszyklus dauert 26-32 Tage diese wird in vier Phasen aufgeteilt.

Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) Menstruation Zyklus
Giovanni Maciocia – Obstetrics & Gynecology in Chinese Medicine

Die Menstruationsphase
Die Menstruationsphase dauert 4-6 Tage. In dieser Zeit bewegt sich das Blut, durch das harmonische Fliessen des Leber-Qi und Leber-Blut. Qi, Blut und Jing gehen verloren.

Postmenstruelle Phase (Follikelphase)
Die postmenstruelle Phase dauert 7 Tage. In dieser Phase sind Blut und Yin geschwächt. Chong mai und Ren mai sind entleert.

Zyklusmitte (Ovulationsphase / Eisprung)
Die Zyklusmitte dauert 7 Tage. In dieser Phase steigen Qi und Yin (Blut) durch den Chong mai und Ren mai nach Oben, zu den Ovarien.

Prämenstruelle Phase
Die Prämenstruelle Phase dauert 7 Tage. In dieser Zeit steigt das Yang (Nieren-Yang) nach Oben, um den Uterus zu wärmen. Das Leber-Qi bewegt sich, damit bei der Blutung das Leber-Blut fliesst.

Dysmenorrhoe – Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet mit ihren Heilmethoden eine wirksame Alternative zur Schulmedizin. Mit dem Erkennen und Heilen von Frauenkrankheiten beschäftigten sich die Chinesen schon mehr als 3000 Jahren. Zyklusbeschwerden weisen oft auf ein grundlegendes Problem des Körpers hin. Denn eine unregelmässige Menstruation, Schmerzen und andere Missempfindungen sind laut chinesischer Medizin ein Zeichen dafür, dass der freie Fluss des Qi gestört ist. Damit das Qi wieder frei fliessen kann, setzt die chinesische Medizin auf unterschiedliche Behandlungsmethoden, die auf den fünf Säulen der TCM basieren (Akupunktur, Arzneimitteltherapie, Tui Na, Ernährung und Qi Gong). Diese fünf Methoden können dafür sorgen, dass das Qi wieder frei fliesst und die Schmerzen verschwinden.
Für die Behandlung von Menstruationsbeschwerden gibt es jedoch auch in der chinesischen Medizin kein Patentrezept. In der TCM ist jeder Mensch einzigartig und daher individuell zu betrachten. So hat auch jede Frau aus einem anderen Grund Zyklusbeschwerden.
Es werden nicht nur Symptome wie Krämpfe, Kopfschmerzen, Übelkeit und Reizbarkeit behandelt, sondern man sucht auch nach den Ursachen wie Stress, unregelmässige Lebensführung und falsche Ernährung. Es werden also die Wurzel (ben) und die Manifestation (biao) behandelt.
Für eine gute Behandlung ist es sehr wichtig eine genaue Diagnose zu erstellen. Die Diagnose wird durch die Befragung, die Zungen– und Pulsdiagnose erstellt. Auch eine Abklärung beim Gynäkologen ist sehr hilfreich um Myome, Zysten oder Endometriose auszuschliessen. Für die Diagnose wird vor allem das Ba gang (Hitze/Kälte, Fülle/Leere, Innen/Aussen und Yin/Yang) und das Zang-Fu gebraucht (Ba gang und Zang-Fu sind zwei verschiedene Systeme um eine Diagnose zu erstellen). Die Behandlung ist für keine Patientin gleich, da jede Patientin andere Symptome hat. Zum Beispiel können die Schmerzen ziehend, stechend, brennend, krampfartig, dumpf, mild oder stark sein. Die Blutung kann verspätet, verfrüht, unregelmässig, zu stark oder zu schwach sein oder ganz ausbleiben.

Syndrom-Differenzierung

In der chinesischen Medizin können Krankheitsbilder wie Dysmenorrhoe sehr differenziert analysiert und behandelt werden. Die Unterschiede werden durch die Anamnese und die Zungen- und Pulsdiagnose sichtbar. Die wichtigsten Muster sind hier beschrieben.

Qi-Stagnation beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verspäteter oder unregelmässiger Menstruationsbeginn, verkürzte, verlängerte oder unregelmässige Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung, normal rotes, violettes oder dunkles Menstruationsblut, dickflüssiges Menstruationsblut mit kleinen Klumpen, mild bis mässig starker (variable Intensität), diffuser, intermittierender, distendierender Schmerz oder ein Blähungs- oder Spannungsgefühl im unteren Abdomen vor der Menstruation, intermittierende, verschlechtert durch lokalen Druck oder Massage, keine Verbesserung durch Druck, verbessert durch Ausscheidung von Blut, weiche, nicht schmerzhafte Verhärtungen ohne tastbare Grenzen im unteren Abdomen oder in den Brüsten, die sich leicht wegmassieren lassen, Spannung, Empfindlichkeit und Schmerz der Brüste und der Brustwarzen
Puls: voll, drahtig oder gespannt
Zungenbelag: dünn, feucht, weiss
Zungenkörper: normale Farbe oder violett v.a. an der Zungenwurzel

Blut-Stase beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verfrühter, verspäteter oder unregelmässiger Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte, verlängerte oder unregelmässige Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung, manchmal nur Schmierblutungen mit dunkelroter, violetter oder bräunlicher Farbe oder reichliche Menstruationsblutung, dunkles, violettes, bräunliches oder schwarzes Menstruationsblut, dickflüssiges Menstruationsblut mit grossen Klumpen, starker, örtlich fixierter, stechender Schmerz im unteren Abdomen, keine Verbesserung durch Druck, verbessert durch Ausscheidung von Blut, möglicherweise mit Ausstrahlung, Möglicherweise Verschlimmerung in der Nacht, Kälte oder Hitzeempfindungen, konstante, harte, unbewegliche, örtlich fixierte, schmerzhafte oder druckdolente Verhärtungen mit tastbaren Grenzen, verschlechtert durch lokalen Druck oder Massage
Puls: voll, rauh
Zungenbelag: dünn, feucht, weiss
Zungenkörper: violett oder dunkelviolett, möglicherweise mit dunklen, violetten, braunen oder schwarzen Flecken v.a. an der Zungenwurzel

Hitze-Fülle beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verfrühter  Menstruationsbeginn, verkürzte Menstruationsdauer, reichlich Menstruationsblut, leuchtend rotes Blut, möglicherweise mit starkem Geruch, dünnflüssiges Blut ohne Klumpen, brennender Schmerz oder eine Hitzeempfindung im unteren Abdomen während der Menstruation, verschlechtert durch Druck oder Massage
Puls: voll, beschleunigt
Zungenbelag: dick, trocken, gelb v.a. an der Zungenwurzel
Zungenkörper: rot v.a. an der Zungenwurzel

Kälte-Fülle oder Kälte-Stagnation und Blut-Stase beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verspäteter Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte oder verlängerte Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung oder Schmierblutungen evtl. zwischen zwei Zyklen, dunkles, violettes, bräunliches oder schwarzes Blut, dickflüssiges Blut mit Klumpen, starker, krampfartiger oder örtlich fixierter stechender Schmerz im unteren Abdomen, verbessert durch Wärme, verschlechtert durch Druck oder Massage
Puls: voll, drahtig, rauh oder gespannt
Zungenbelag: dünn, feucht, weiss
Zungenkörper: normale Farbe oder violett, evtl. dunkle Flecken v.a. an der Zungenwurzel

Schleim-Stagnation beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verspäteter Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte oder verlängerte Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung, hellrotes Blut, dickflüssiges, schleimiges  Blut, ein Spannungs-, Völle- oder Schweregefühl im unteren Abdomen vor oder Während der Menstruation, konstante, weiche, nicht schmerzhafte Verhärtungen mit tastbaren Grenzen im unteren Abdomen oder in den Brüsten, die sich nicht wegmassieren lassen, intermittierender, reichlicher, weisser, dickflüssiger oder klebriger Vaginalausfluss ohne starken Geruch
Puls: voll, schlüpfrig
Zungenbelag: dick, feucht oder nass, ölig oder klebrig v.a. an der Zungenwurzel
Zungenkörper: normale Farbe oder violett v.a. an der Zungenwurzel

Qi-Leere beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verfrühter Menstruationsbeginn, verkürzte Menstruationsdauer, reichlich Blut, hellrotes Blut, dünnflüssiges Blut ohne Klumpen, keine Menstruationsschmerzen, oder milder, dumpfer Schmerz im unteren Abdomen nach der Menstruation, verbessert durch Druck oder Massage
Puls: leer
Zungenbelag: dünn, feucht, weiss
Zungenkörper: blass

Blut-Leere beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verspäteter Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte oder verlängerte Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung, manchmal nur Schmierblutungen mit hellroter Farbe, hellrotes Blut, dünnflüssiges Blut ohne Klumpen, möglicherweise hellrote Schmierblutungen, milder, dumpfer Schmerz im unteren Abdomen nach der Menstruation, verbessert durch Druck oder Massage
Puls: dünn, leer, drahtig möglicherweise hohl, sanft oder winzig
Zungenbelag: dünn, trocken, weiss v.a. an der Zungenwurzel
Zungenkörper: blass

Kälte-Leere (Yang-Mangel) beeinträchtigt den Uterus

Symptome: verspäteter oder unregelmässiger Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung, hellrotes Blut, dünnflüssiges Blut ohne Klumpen oder dickflüssiges Blut mit kleinen, dunklen Klumpen, kein Menstruationsschmerz oder milder , dumpfer Schmerz und Kälteempfindung im unteren Abdomen und im unteren Rücken, verbessert durch Druck, Massage und Wärmeanwendung, häufiger oder konstanter, reichlicher, weisser, dünnflüssiger Vaginalausfluss ohne starken Geruch
Puls: tief, leer, verlangsamt
Zungenbelag: dünn, feucht oder nass, weiss v.a. an der Zungenwurzel
Zungenkörper: blass

Hitze-Leere (Leber und Nieren-Yin-Mangel) beeinträchtigt den   Uterus

Symptome: verfrühter, verspäteter oder unregelmässiger Menstruationsbeginn oder Amenorrhoe, verkürzte oder verlängerte Menstruationsdauer, spärliche Menstruationsblutung oder reichliche Menstruationsblutung, hellrotes oder rotes Blut, dünnflüssiges oder dickflüssiges Blut ohne Klumpen, kein Menstruationsschmerz oder milder, dumpfer, brennender Schmerz oder eine leichte Hitzeempfindung im unteren Abdomen oder im unteren Rücken nach der Menstruation, verbessert durch Druck oder Massage, häufiger oder konstanter, reichlicher, weisser oder gelber, dünnflüssiger Vaginalausfluss ohne starken Geruch
Puls: tief, dünn, leer, beschleunigt möglicherweise oberflächlich, winzig oder schwächlich
Zungenbelag: dünn, abgeschält oder Landkarte, feucht oder trocken, weiss oder gelb
Zungenkörper: dünn, rot mit Rissen v.a. an der Zungenwurzel

Physiologie der Menstruation – allopathische (westliche) Medizin

Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus ist der periodische Wechsel im Körper der Frau, der in den Jahren zwischen der Menarche und der Menopause in etwa monatlich auftritt. Die Phase zwischen Eisprung und Beginn der nächsten Menstruation (Lutealphase) hat eine relativ konstante Dauer von 10 bis 16 Tagen. Die Dauer der Phase ab der Menstruation bis zum Eisprung (Follikelphase) ist hingegen viel variabler. Als normal werden heute alle Zyklen bezeichnet, die eine Länge von 23 bis 35 Tagen zeigen. Immerhin noch 5 % der Zyklen gesunder Frauen dauern länger als 35 Tage – die „Normgrenze“ ist also relativ eng gezogen. Unter dem Einfluss der Sexualhormone Östrogen und Progesteron wird die Gebärmutterschleimhaut, das Endometrium, aufgebaut und nach Ende des Zyklus wieder abgestoßen. Hormonell gesteuert wird dieser Vorgang von der Achse Hypothalamus – Hypophyse – Ovar.

Die Phasen des Menstruationszyklus

Follikelphase
Der erste Tag der Menstruation markiert den Beginn eines neuen Zyklus. In der Proliferationsphase, der ersten Zyklushälfte, wird unter Einfluss des im Eierstock gebildeten Östrogens in der Gebärmutter eine neue Schleimhautschicht aufgebaut. Parallel reift im Eierstock, dem Ovar, ein Ovarialfollikel heran, der die Eizelle enthält.

Ovulation
Der Follikelsprung (auch Eisprung oder Ovulation genannt), findet unter dem Einfluss von LH ungefähr in der Mitte des Menstruationszyklus statt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration an Östrogen im Blut maximal. Daraufhin wird der Follikel zum Gelbkörper (Corpus luteum), der ebenfalls unter LH-Einfluss das Hormon Progesteron produziert. Die Kombination aus Östrogen- und Progesteron Wirkung führt in der Gebärmutterschleimhaut zu einem weiteren Ausbau der Gefäß Versorgung und zu einer Abgabe von nährstoffhaltigem Sekret aus den Drüsen der Schleimhaut (Dezidualisierung). Die Schleimhaut ist nun optimal auf die Einnistung (Nidation) der befruchteten Eizelle vorbereitet. Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle, geht der Gelbkörper im Eierstock zugrunde und wird durch eine narbige Umwandlung zum Corpus albicans. Die Progesteron Produktion versiegt. Ohne die hormonelle Unterstützung kann die Schleimhaut nicht aufrechterhalten werden und wird abgestoßen, es kommt zur Blutung. Die Ovulation selbst bezeichnet eigentlich keine Phase, dieses Ereignis trennt lediglich zwei Phasen voneinander. Bei manchen Frauen wird der Follikelsprung von einem charakteristischen Schmerz begleitet, dem sogenannten Mittelschmerz, welcher mehrere Stunden dauern kann. Die Eizelle mit einem Durchmesser von etwa 0,1 mm wandert durch den Eileiter zur Gebärmutter. Dieser Vorgang dauert etwa drei Tage. In den ersten 12 bis 24 Stunden nach der Ovulation kann das Ei von einem Spermium befruchtet werden.

Gelbkörperphase
Die Gelbkörperphase wird im Fachterminus auch Luteal- oder Sekretionsphase genannt. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, wandelt sich der Gelbkörper in ein Corpus albicans um, das schließlich nur noch aus fibrösem Gewebe besteht und dem senilen Ovar sein narbiges Aussehen verleiht – schließlich wird sich der hier geschilderte Prozess bis zum endgültigen Ausbleiben der Regelblutung, der Menopause, noch viele Male wiederholen.

Blutung
Während der Menstruation gehen ungefähr 30 bis 60 Milliliter Blut verloren (Werte zwischen 10 und 80 ml werden als normal angesehen). Je nach Quelle wird die Grenze zur Hypermenorrhoe (ungesund starke Menstruation) mit 150 ml oder mit 200 ml angegeben. Dies ist für die Frau selber recht schwierig zu beurteilen. Unter zu starker Menstruation leiden Frauen, wenn sie mehr als 5 Binden oder Tampons (normale Grösse) benötigen, respektive, wenn der Tampon oder die Binde häufiger als alle 2 Stunden gewechselt werden muss.
Das Gerinnen des Bluts wird durch das Enzym Plasmin verhindert, welches in der Gebärmutterschleimhaut enthalten ist.

Dysmenorrhoe – allopathische (westliche) Medizin

Menstruationsbeschwerden

Menstruationsbeschwerden bezeichnen das Auftreten verschiedener Symptome, die vor und während der weiblichen Menstruation auftreten können. Die wichtigsten davon sind das Prämenstruelle Syndrom (PMS) sowie die Regelschmerzen (medizinisch Dysmenorrhoe). Etwa ein Zehntel aller Frauen in gebärfähigem Alter sind von Menstruationsbeschwerden so stark betroffen, dass sie während einer gewissen Zeit arbeitsunfähig sind. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Dysmenorrhoe.
Primäre Regelschmerzen setzen im Normalfall kurz nach der Menarche ein und dauern bei betroffenen Frauen meist bis zur Menopause.
Auslöser für die Regelschmerzen sind Prostaglandine, körpereigene Schmerzbotenstoffe, die ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter bei der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut hervorrufen. Durch diese Muskelkontraktion kommt es zu einer schwächeren Durchblutung der Gebärmutter, was den Schmerz auslöst.
Im Falle der primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst der Schmerzauslöser, es sind keine anderen Erkrankungen der Geschlechtsorgane damit verbunden. Vor allem junge oder sehr schlanke Frauen leiden von ihrer ersten Regelblutung an unter krampfartigen Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Letzteres kann von Völlegefühl und Übelkeit bis zu Erbrechen und Durchfall gehen. Einige Frauen sind davon so stark betroffen, dass sie von den behandelnden Ärzten arbeitsunfähig geschrieben werden müssen.
Der sekundäre Regelschmerz wird ausgelöst durch organische Erkrankungen. Diese können die Folge mechanischer Verhütungsmittel (etwa Spirale) sein, aber auch die Folge gynäkologischer Erkrankungen (Endometriose, Myome, Zysten, etc.). Seelische Belastungen und Stress verstärken die Symptome.
Unter Umständen können auch fehlerhafte Hygieneprodukte ein sog. Toxisches Schock-Syndrom (TSS) verursachen

Behandlung

Wenn eine gynäkologische Erkrankung als Ursache ausgeschlossen werden konnte, müssen die auftretenden Schmerzen und Beschwerden behandelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die auftretenden Symptome zu behandeln:

  • Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen empfiehlt sich die Einnahme von Ibuprofen, das die Bildung von Prostaglandinen (Schmerzbotenstoffen) hemmt.
  • Kontrazeptiva: Auch die Pille wird gegen Regelschmerzen eingesetzt, da sie den Progesteron Anteil im Körper hoch hält. Die unterschiedlichen Pillenpräparate, die sich auf dem Markt befinden, zeigen in Bezug auf Regelschmerzen unterschiedliche Wirkungen. In einer großen Untersuchung mit über 15.000 Pillenanwenderinnen konnte nachgewiesen werden, dass zahlreiche Frauen, bei denen herkömmliche Pillen die Regelschmerzen nicht ausreichend beseitigen konnten, nach Einnahme der Pille mit dem Hormon Chlormadinonacetat (CMA) beschwerdefrei wurden. Man nimmt an, dass CMA die Bildung von Schmerzbotenstoffen besonders effektiv verhindert. Durch die Pille wird das hormonelle Ungleichgewicht, welches vor und während der Menstruation vorhanden ist, positiv beeinflusst. Die Bildung von krampfverursachenden Schmerzbotenstoffen wird gehemmt. Bei Mädchen oder Frauen, welche eine gleichzeitige Schwangerschaftsverhütung wünschen, bietet die Antibabypille eine gute Möglichkeit zur Behandlung von Regelschmerzen.
  • Magnesium: Eine verstärkte Aufnahme von Nüssen, Weizenkeimen, Hülsenfrüchten und Vollkornreis erhöht den Magnesiumanteil im Körper, was vorbeugend gegen die Schmerzen wirken kann.
  • Eisen: Eine vorübergehende Erhöhung der Eisenaufnahme auf etwa 10-15mg/Tag einige Tage vor und während der Regelblutung hilft bei der Blutneubildung und damit gegen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Blutarmut. Besonders gut verwertbares Eisen ist in Brot, Fleisch (Schweineleber) und Wurstwaren enthalten.
  • Pflanzliche Präparate: Verschiedene Pflanzen wie Mönchspfeffer, Johanniskraut, Frauenmantel, Melisse, Gänsefingerkraut, Kamillenblüten, Schafgarbenkraut und Traubensilberkerze, Nachtkerzen Öl sollen in Form von Tees, Tropfen oder Kapseln bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein.
  • Wärme
  • Sport
  • Entspannung: Yoga, Autogenes Training, Meditation und spezifische Gymnastik
  • Akupressur
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